Studium Gesundheit in Berlin und Brandenburg
viele Berufe, ein Ziel - Gesundheit

Einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa vom Oktober 2011 zufolge gehören Berufe der Gesundheitsbranche in Deutschland zu den beliebtesten: Mit 90 % Zustimmung kamen Kranken- und Altenpfleger auf Rang 2, Ärzte mit 87 % auf Rang 3. Die gute Nachricht: Der Beliebtheit dieser Berufe entsprechen in Berlin und Brandenburg auch hervorragende berufliche Perspektiven.

So waren 2009 in der gesamten Gesundheitswirtschaft der Region Berlin-Brandenburg fast 354 000 Menschen beschäftigt, das ist mehr als jeder Achte Erwerbstätige in der Region. Im Vergleich zu 1996 hat sich die Zahl der Erwerbstätigen in der  Gesundheitswirtschaft um 15,9 % erhöht. Bis 2030 erwarten Experten sogar eine Steigerung auf 386 000 Erwerbstätige. Die Bruttowertschöpfung der Berlin-Brandenburger Gesundheitswirtschaft betrug 2009 rund 14 Milliarden Euro - für das Jahr 2030 wird eine Bruttowertschöpfung von fast 21 Milliarden Euro prognostiziert (Stand 2010).

Einige Bereiche der Gesundheitswirtschaft sind nicht nur Wachstumsmärkte, sondern sie sind auch hochinnovativ, wie zum Beispiel die Medizintechnik. Nach Angaben des Bundesverbandes Medizintechnologie (BVMed) erzielen die deutschen Medizintechnikhersteller rund ein Drittel ihres Umsatzes mit Produkten, die höchstens drei Jahre alt sind. Beim Europäischen Patentamt wurden im Jahr 2009 mehr Patente aus dem Bereich Medizintechnik angemeldet als aus irgendeinem anderen technischen Gebiet: in der Summe 16 400, das waren rund 10 % aller Patente. Die Medizintechnik-Branche beschäftigt in Deutschland über 170 000 Menschen in über 11 000 Unternehmen (Stand: Anfang 2011). Eine Umfrage des BVMed ergab 2011, dass 94 % der befragten Unternehmen die Aussichten für Studienabsolventen in ihrer Branche als "gut" bis "sehr gut"einschätzt.

Dem Wachstum der Branche entspricht auch das Wachstum der akademischen Ausbildung: 170 Studiengänge mit engerem oder weiterem Gesundheitsbezug werden derzeit in Berlin und Brandenburg angeboten, zahlreiche davon wurden erst in den vergangenen Jahren eröffnet. 100 Studiengänge mit engem Gesundheitsbezug an 19 Berliner und 6 Brandenburger Hochschulen werden in dieser Broschüre jeweils auf einer Seite vorgestellt. Daneben gibt es 70 weitere Studiengänge mit Gesundheitsbezug, die Sie in einer separaten Tabelle am Ende der Broschüre finden. Hier sind z. B. alle Studiengänge der Komplementärmedizin und -therapie sowie der Patholinguistik bzw. Clinical Linguistics zu finden, aber auch Studiengänge im Bereich der Musik-, Kunst- und Gestaltungstherapie, des Sports und der Tiergesundheit. Aufgeführt sind ferner Studiengänge aus dem Sozialwesen, die sich ausdrücklich in Form einzelner Module oder Schwerpunkte dem Thema Gesundheit zuwenden, sowie naturwissenschaftliche oder technische Studiengänge, die entweder zu den Grundlagenfächern gehören oder ebenfalls "nur" in Form von Modulen oder wählbaren Vertiefungsrichtungenden Gesundheitsbezug aufweisen. Einige Studiengänge der Steinbeis-Hochschule finden Sie schließlich in der Tabelle, weil sie keinen unmittelbaren regionalen Bezug haben (die Steinbeis-Hochschule Berlin bietet in ganz Deutschland Studiengänge an).

Nach Ansicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist Gesundheit "der Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen". Entsprechend vielfältig ist das Studienangebot, das Ihnen der vorliegende Studienatlas Gesundheit vorstellt. Nicht nur die medizinischen, therapeutischen und pflegebezogenen Fächer sind vertreten, sondern auch Studiengänge wie Pharmazie, Biotechnologie, Public Health, Medizininformatik, Gerontologie und Ernährungswissenschaft. Mit solchen inter- und transdisziplinären Studiengängen reagieren die Hochschulen der Region auf Bedürfnisse der regionalen Wirtschaft, neue technologische Entwicklungen oder Weiterbildungswünsche von Beschäftigten aus dem Gesundheitssektor. So unterschiedlich diese Fachgebiete auch sind - sie haben alle aus ihrer jeweiligen Perspektive (auch) das Wohl des Menschen im Blick. Die Studiengänge lassen sich folgenden drei Fächergruppen zuordnen:

  • Gesundheit und Mensch:
    Humanmedizin, Pflege, Psychologie, Therapie
  • Gesundheit und Gesellschaft:
    Public Health, Pädagogik, Management
  • Forschung und Entwicklung:
    Pharmazie, Naturwissenschaften, Technik

Vor dem Überblick über die Studiengänge informiert Sie das Kapitel "orientieren, bewerben, studieren" über alle wichtigen Kriterien, die neben dem fachlichen Interesse von entscheidender Bedeutung für Ihre Studienwahl sind.