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Viele Berufe, ein Ziel - Gesundheit

Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa aus dem Jahr 2014 gehören Berufe der Gesundheitsbranche in Deutschland zu den beliebtesten: Mit 90 % Zustimmung kamen Kranken- und Altenpfleger auf Rang 2 und Ärzte mit 89 % auf Rang 3. Doch nicht nur das: Deutschlands Bevölkerung bringt den Gesundheitsberufen auch besonders großes Vertrauen entgegen. Das ergibt sich aus dem „Trust in Professions Report 2014“ des GfK-Vereins. 96 % der Befragten gaben hier an, dass sie Sanitätern vertrauen, 95 % Krankenpflegern und -schwestern und 88 % Ärzten und Apothekern. Die genannten Berufe belegen damit vier der sechs Spitzenplätze in einem Ranking von 32 Berufsgruppen aus ganz unterschiedlichen Branchen. Die gute Nachricht ist: Der Beliebtheit und dem Ansehen von Gesundheitsberufen entsprechen in Berlin und Brandenburg auch hervorragende berufliche Perspektiven.

So waren 2011 ca. 390.000 Menschen in der Gesundheitswirtschaft der Region beschäftigt; das sind rund 14 % aller Erwerbstätigen in Berlin und Brandenburg. Berlin verzeichnet zudem einen besonders hohen Anteil an sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Branche. Während dieser 2011 im bundesweiten Durchschnitt bei 13,2 % lag, war der Anteil in Berlin mit 15 % deutlich höher. Auch eine Einrichtungsbefragung in der Region aus dem Jahr 2014 zur Situation in 13 ausgewählten Gesundheitsfachberufen sowie Helfertätigkeiten in der pflegerischen Versorgung verzeichnet einen Anstieg bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten: Allein zwischen dem 31.12.2012 und dem 31.12.2013 stieg ihre Zahl von gut 128.000 auf knapp 133.000. Das ist eine Steigerung um 3,7 %. Insgesamt hat sich die Zahl der Erwerbstätigen in der Gesundheitsbranche in Berlin in den Jahren 2000 bis 2011 um 20,3 % und in Brandenburg sogar um 29,8 % erhöht. Und sie wird Experten zufolge weiter steigen.

Einige Bereiche der Gesundheitswirtschaft sind nicht nur Wachstumsmärkte, sondern sie sind auch hochinnovativ, wie zum Beispiel die Medizintechnik. Nach Angaben des Bundesverbandes Medizintechnologie (BVMed) erzielen die deutschen Medizintechnikhersteller rund ein Drittel ihres Umsatzes mit Produkten, die höchstens drei Jahre alt sind. Auch die Anmeldung von Patenten in diesem Bereich boomt: Beim Europäischen Patentamt wurden im Jahr 2014 mehr Patente aus dem Bereich Medizintechnik angemeldet als aus irgendeinem anderen technischen Gebiet. Aktuell sind in Deutschland rund 195.000 Menschen in der Branche beschäftigt. Sie arbeiten in über 12.000 Unternehmen. Eine Umfrage des BVMed ergab 2014, dass 95 % der befragten Unternehmen die Aussichten für Fachkräfte als „gut“ bis „sehr gut“ einschätzt. Allein in 2014 wurden bundesweit 4.000 neue Arbeitsplätze geschaffen.

Angesichts einer wachsenden Gesundheitswirtschaft verwundert es nicht, dass auch das Studienangebot mit Gesundheitsbezug zunimmt: 208 Studiengänge mit engerem oder weiterem Gesundheitsbezug gibt es derzeit in Berlin und Brandenburg. Das sind gut 30 mehr als noch vor vier Jahren. Hinzu kommen gleich zwei neue private Hochschulen mit medizinischem Schwerpunkt: die Medical School Berlin und die Medizinische Hochschule Brandenburg. In Brandenburg wird in den nächsten Jahren außerdem ein Gesundheitscampus aufgebaut, der das Studienangebot der Universitäten noch besser mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Klinken verbinden soll. Langfristig ist eine Ausstattung des Campus mit 12 Professuren geplant.