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Studium finanzieren

Ausbildungsunterhalt: Eltern sind gesetzlich verpflichtet, ihren volljährigen Kindern eine berufsqualifizierende Ausbildung zu finanzieren. Das kann auch ein Studium sein. Voraussetzung ist, dass die Eltern genug Geld haben, um für die Kosten aufzukommen. Für eine zweite Berufsausbildung im weitesten Sinne besteht dagegen nur unter bestimmten engen Voraussetzungen ein Anspruch auf Unterhalt.

Kindergeld: Um die Eltern finanziell zu entlasten, zahlt der Staat ihnen auf Antrag auch für volljährige Kinder Kindergeld. Es müssen allerdings bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, z. B. muss sich das Kind in einer Ausbildung (im weitesten Sinne) befinden und darf noch nicht 25 Jahre alt sein. Das Kindergeld beträgt ab dem 1.1.2016 für das 1. und 2. Kind 190 Euro im Monat, für das 3. Kind 196 Euro und für das 4. und jedes weitere Kind 221 Euro. Seit 2012 spielt die Höhe des Kindeseinkommens für den Bezug von Kindergeld keine Rolle mehr.
www.arbeitsagentur.de

BAföG: Reicht das Einkommen der Eltern für die Unterhaltszahlungen nicht aus, können Studierende Ausbildungsförderung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz beantragen. Gute Chancen auf eine Förderung in einem grundständigen Studium haben Sie, wenn Sie bei Beginn des Studiums noch keine 30 Jahre alt sind und Ihre erste berufsqualifizierende Ausbildung absolvieren. Unter bestimmten Voraussetzungen ist eine Förderung allerdings auch nach Überschreiten der Altersgrenze möglich. Zudem steht nicht jede erste Berufsausbildung dem BAföG-Bezug im anschließenden Studium entgegen. Haben Sie beispielsweise an einer Berufsfachschule eine 3-jährige Ausbildung zum Physiotherapeuten abgeschlossen, ist es normalerweise kein Problem, danach BAföG für ein Studium zu bekommen. Ein Masterstudium ist förderungsfähig, wenn es auf einem Bachelorabschluss aufbaut, außer dem Bachelorabschluss kein anderer Hochschulabschluss vorliegt und die Altersgrenze von 35 Jahren noch nicht überschritten ist. Der BAföG-Höchstsatz liegt derzeit bei 670 Euro im Monat. Ab dem 1.10.2016 werden es 730 Euro sein. Die Hälfte davon ist ein unverzinsliches Staatsdarlehen, die andere Hälfte ein staatlicher Zuschuss. In bestimmten Fällen kann BAföG unabhängig vom Einkommen der Eltern beantragt werden. Bei einem Teilzeitstudium bzw. berufsbegleitendem Studium ist eine Förderung ausgeschlossen.
www.bafoeg-rechner.de

Wohngeld: Wer kein BAföG erhält, weil er zu alt ist, ein Teilzeitstudium absolviert oder das Studium als zweite BAföG-förderungsfähige Ausbildung nicht förderungsfähig ist, kann unter Umständen Wohngeld erhalten.
www.bmub.bund.de/themen/stadt-wohnen/wohnraumfoerderung/wohngeld

Aufstiegsstipendium des Bundes: Berufstätige mit mindestens 2 Jahren Berufserfahrung sollten in Erfahrung bringen, ob sie sich möglicherweise bei der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung für das Aufstiegsstipendium bewerben können. Voraussetzung ist ein besonderes berufliches Talent bzw. eine besondere Leistungsfähigkeit, die sich in der Ausbildung und/oder im Beruf gezeigt hat. Ein Vollzeitstudium wird mit 750 Euro im Monat gefördert, ein Teilzeitstudium mit 2 000 Euro im Jahr.
www.aufstiegsstipendium.de

Weiterbildungsstipendium des Bundes: Das Stipendium wird ebenfalls von der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung vergeben und kommt u. a. für Absolventen eines bundesgesetzlich geregelten Gesundheitsfachberufes in Betracht, die noch keine 25 bzw. 28 Jahre alt sind und berufsbegleitend studieren möchten. Gezahlt werden bis zu 2 000 Euro pro Jahr über einen Zeitraum von 3 Jahren.
www.weiterbildungsstipendium.de

Deutschlandstipendium: Besonders leistungsfähige und gesellschaftlich engagierte Studierende können sich an ihrer Hochschule, so sie es denn eingeführt hat, für das Deutschlandstipendium bewerben. Der Förderbetrag liegt bei 300 Euro im Monat.
www.deutschlandstipendium.de

Sonstige Stipendien: Die großen Begabtenförderungswerke, die vom Bund unterstützt werden, vergeben ebenso Stipendien wie zahlreiche weitere Stiftungen und andere Institutionen. Stipendien für Studienaufenthalte im Ausland bietet z. B. der Deutsche Akademische Auslandsdienst (DAAD) an.
www.stipendiumplus.dewww.stipendienlotse.de, www.daad.de

Bildungskredit des Bundes: Fortgeschrittene Studierende können beim Bundesverwaltungsamt einen zinsgünstigen Kredit in Höhe von maximal 7 200 Euro beantragen, der einkommensunabhängig bewilligt wird. Die Altersgrenze liegt bei 36 Jahren.
www.bildungskredit.de

Studienkredite und Bildungsfonds: Verschiedene Kreditinstitute bieten Studierenden Kredite und Bildungsfonds zu besonders günstigen Konditionen an. Die Voraussetzungen, Auszahlungsbeträge und Zinssätze legt jeder Anbieter gesondert fest.
www.studis-online.de/StudInfo/Studienfinanzierung/studiendarlehen.php

Jobben: In Bezug auf einen Minijob (450 Euro Job oder kurzfristige Beschäftigung) gilt für Studierende dasselbe wie bei anderen Arbeitnehmern. Bei umfangreicherer Erwerbstätigkeit profitieren ordentlich Studierende dagegen vom sogenannten Werkstudentenprivileg. Das bedeutet, dass sie – anders als andere Arbeitnehmer – nur Beiträge in die Rentenversicherung, nicht aber in andere Zweige der Sozialversicherung einzahlen müssen.
www.studis-online.de/StudInfo/Studienfinanzierung/jobben.php