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Studiengebühren

An öffentlichen Hochschulen in der Region müssen Sie nur dann mit Studiengebühren rechnen, wenn Sie einen weiterbildenden Masterstudiengang absolvieren möchten. Für alle anderen Studiengänge werden keine Studiengebühren erhoben. Das Studium an einer privaten Hochschule ist dagegen immer kostenpflichtig. Informationen zur Finanzierung von Studiengebühren finden Sie häufig auf den Webseiten der Hochschulen. Zuweilen gibt es dort auch Hinweise auf spezielle Darlehen oder Stipendien.

Semesterbeitrag

Auch wenn Ihr Studiengang nicht studiengebührenpflichtig ist, müssen Sie an öffentlichen Hochschulen jedes Semester einen Semesterbeitrag in Höhe von etwa 100 Euro zahlen. Er setzt sich zusammen aus einer Verwaltungsgebühr, dem Pflichtbeitrag zur Studierendenvertretung und dem Sozialbeitrag für das Studentenwerk. Hinzu kommen ggf. noch die Kosten für das Semesterticket. Mit diesem fahren Sie im öffentlichen Nahverkehr der Region zu stark vergünstigten Konditionen. Die Kosten liegen derzeit je nach Hochschule und Geltungsbereich des Tickets zwischen 106 und 230 Euro pro Semester.

Einstieg ins Studium

Der fachliche Einstieg ins Studium kann schwer sein – vor allem in Mathematik, die Bestandteil vieler technischer, natur- oder wirtschaftswissenschaftlicher Fächer ist. Da viele Studierende ihre Schulmathematik nicht wiedererkennen und am Anfang arg kämpfen müssen, um mitzukommen, bieten einige Hochschulen Brückenkurse in Mathematik an, die schon vor dem eigentlichen Studienbeginn starten. Zuweilen gibt es auch Vorkurse in anderen Fächern, die helfen sollen, Ihnen den Studieneinstieg in fachlicher Hinsicht zu erleichtern.

Doch auch für alle anderen lohnt es sich, schon ca. 1 bis 2 Wochen vor dem eigentlichen Studienstart an der Hochschule präsent zu sein. Viele Hochschulen bieten nämlich Einführungstage oder gar -wochen für Studienanfänger und Hochschulwechsler an, die meist von den Fachbereichen organisiert werden. Hier erfahren Sie in kompakter Form allerhand Nützliches über Ihr Studium, besichtigen Bibliotheken und andere Hochschuleinrichtungen und haben reichlich Gelegenheit, Ihr künftiges Studienumfeld und Ihre Kommilitonen kennenzulernen.

Module, ECTS-Credits und Prüfungen

Bachelor- und Masterstudiengänge bestehen aus Modulen, deren Ziel es ist, bestimmte Kenntnisse und Kompetenzen zu vermitteln. Sie umfassen häufig 2 bis 3 Lehrveranstaltungen zu einem Fachgebiet, Prüfungen, Selbststudien- und ggf. auch Praxisanteile. Die Beschreibung der Module finden Sie entweder im Anhang der Studienordnung eines Studiengangs oder in einem gesonderten Modulhandbuch. Beides sollte auf den Webseiten der Hochschule zu finden sein.

Module werden meist mit einer Prüfung oder mit mehreren Teilprüfungsleistungen abgeschlossen, für deren Bestehen ECTS-Credits (Leistungs-/Studienpunkte nach dem European Credit Transfer and Accumulation System) vergeben werden. Darüber hinaus erhalten Sie für Praktika und Ihre Abschlussarbeit eine bestimmte Anzahl von Credits. Die Studiengänge sind in aller Regel so konzipiert, dass Sie jedes Semester auf 30 Punkte kommen, wenn Sie ein Vollzeitstudium absolvieren. Damit ist zugleich der sogenannte Workload bezeichnet, der zeitliche Umfang des Studienaufwandes, denn 1 ECTS-Credit ist gleichzusetzen mit einem Arbeitsaufwand von 30 Zeitstunden. In einem Semester (6 Monate) müssen Sie folglich inklusive Selbststudium und Prüfungszeiten 900 Stunden für Ihr Studium einplanen. In Bachelorstudiengängen kommen Sie bei einer Regelstudienzeit von 6 Semestern insgesamt auf 180 und bei 7 Semestern auf 210 ECTS-Credits. Für einen Masterabschluss sind unter Einbeziehung des ersten berufsqualifizierenden Hochschulabschlusses in der Regel 300 ECTS-Credits erforderlich.

Die Noten bzw. ECTS-Credits aller Modulprüfungen ab dem 1. Semester gehen in die Abschlussnote ein. Prüfungen werden also überwiegend studienbegleitend erbracht. Im letzten Semester schreiben Sie dann noch eine Abschlussarbeit, die Bachelor- oder Masterarbeit, für deren Bearbeitung ein paar Wochen oder sogar ein ganzes Semester vorgesehen ist. Hier sollen Sie zeigen, dass Sie in Ihrem Fachgebiet ein Thema selbstständig wissenschaftlich bearbeiten können. Üblich ist außerdem die anschließende mündliche Verteidigung der Arbeit.

Vorlesungszeit und Semesterferien

Während Ihre Schulzeit in Schuljahre untergliedert war, setzt sich Ihr Studium aus Semestern zusammen. Davon gibt es in jedem akademischen Jahr zwei: das Sommer- und das Wintersemester. Sie haben jeweils eine Dauer von 6 Monaten. Das Sommersemester startet am 1. April und endet am 30. September, das Wintersemester startet in aller Regel am 1. Oktober und endet am 31. März. Zuweilen gibt es aber auch andere Semesterzeiten. Näheres erfahren Sie über die Website Ihrer Hochschule. Von der Semesterzeit zu unterscheiden ist die Vorlesungszeit. Sie ist ein paar Wochen kürzer als die Semesterzeit und gibt Auskunft darüber, wann der allgemeine Lehrbetrieb an der Hochschule läuft. Bei der verbleibenden Zeit des Semesters wird häufig von Semesterferien gesprochen. Treffender ist jedoch die Bezeichnung vorlesungsfreie Zeit, denn Sie haben nicht etwa frei, wenn keine Vorlesungen sind, sondern absolvieren z. B. Praktika, bereiten sich auf Prüfungen vor, schreiben Seminararbeiten und Praktikumsberichte oder lernen fürs Studium.

Praktika und Projekte

Damit Sie die im Studium erworbenen Kenntnisse anwenden, Praxisluft schnuppern und sich ausprobieren können, gehören bei den meisten Studiengängen neben dem Hochschulunterricht Praktika zum Studienplan. Hier arbeiten Sie häufig für ein paar Wochen oder auch für die Dauer eines ganzen Semesters unter Anleitung in einem Unternehmen oder einer sonstigen Praxisstelle. Manche Praktika finden auch studienbegleitend statt. Die Praxisstelle suchen Sie sich in aller Regel selbst, ggf. mit Unterstützung des Fachbereichs oder des Career Services der Hochschule. Ein bezahltes Praktikum ist leider die Ausnahme. Mit ein bisschen Glück erhalten Sie aber zumindest ein Taschengeld. Anspruch auf den Mindestlohn haben Sie nicht, weil Pflichtpraktika von der Mindestlohnregelung ausgenommen sind.

Zuweilen sehen Studiengänge zusätzlich oder alternativ Projektarbeiten der Studierenden innerhalb oder außerhalb der Hochschule vor, teils auch im Rahmen von Abschlussarbeiten. Besonders ausgeprägt ist der Projektanteil in den Studiengängen der privaten Steinbeis-Hochschule, die daraus ein eigenes Studienkonzept gemacht hat, das sogenannte Projekt-Kompetenz-Studium: Im Mittelpunkt aller Studiengänge der Hochschule steht ein Projekt, das die berufstätigen Studierenden in Absprache mit ihren Arbeitgebern definieren und innerhalb der Studienzeit an ihrem Arbeitsplatz durchführen. Das Studium wird in die Berufstätigkeit integriert und durch Unterrichtsblöcke ergänzt.

Auslandssemester und -praktika

Bei vielen Studiengängen ist es möglich, ein oder mehrere Semester im Ausland zu verbringen, sei es als Teilnehmer eines Austauschprogramms (z. B. Erasmus) oder als Free Mover auf eigene Faust. Viele Hochschulen kooperieren mit ausländischen Partnerhochschulen und sorgen damit für günstige Rahmenbedingungen. Auslandsstipendien und Auslands-BAföG helfen bei der Finanzierung. Möglich ist häufig auch ein Auslandspraktikum. Wichtig ist, dass Sie sich schon sehr frühzeitig an Ihrem Fachbereich bzw. der Hochschule informieren, wann ein Auslandsaufenthalt speziell in Ihrem Studiengang sinnvoll ist und wann Sie mit den Vorbereitungen beginnen müssen. Die passenden Ansprechpartner finden Sie in der Regel in Internationalen Büros oder Akademischen Auslandsämtern an den Hochschulen.

Promotion

Mit einer Promotion weisen Sie nach, dass Sie vertieft wissenschaftlich arbeiten können. Sie schreiben eine umfangreiche wissenschaftliche Arbeit (Dissertation), auf die entweder die mündliche Verteidigung der Arbeit folgt (Disputation) oder eine mündliche Prüfung (Rigorosum). Im Idealfall wird Ihnen danach der Doktorgrad verliehen, den Sie ab diesem Zeitpunkt vor Ihrem Namen führen dürfen.

Grundvoraussetzung für eine Promotion ist in der Regel ein Masterabschluss, ein Staatsexamen oder ein gleichwertiger Abschluss. Absolventen mit Bachelorabschluss werden nur in Ausnahmefällen zur Promotion zugelassen. Ob Sie Ihren Master an einer Universität oder Fachhochschule gemacht haben, spielt keine Rolle.

Promovieren können Sie entweder in der Form, dass Sie sich eine Professorin oder einen Professor suchen, die oder der Sie fachlich begleitet und am Ende auch prüft oder Sie absolvieren einen Promotionsstudiengang. Doktorgrade dürfen nur von Universitäten verliehen werden. Forschungseinrichtungen und Fachhochschulen können zu diesem Zweck aber mit einer Universität kooperieren. Einzelheiten zur Promotion regeln die Universitäten bzw. Fachbereiche in speziellen Promotionsordnungen, die häufig über die Hochschulwebseiten zugänglich sind.

Wie und wo informieren?

Man kann es gar nicht oft genug sagen: Informieren Sie sich umfassend, bevor Sie sich für einen Studiengang entscheiden! Vor allem auf den Webseiten der Hochschulen finden Sie meist viele wertvolle Informationen. Schauen Sie auch in die jeweilige Studienordnung und die dazugehörigen Modulbeschreibungen bzw. -handbücher. Es mag etwas ungewohnt sein, derartige Texte zu lesen, Sie erfahren aber sehr viele Details zum einzelnen Studiengang. Häufig bieten die Hochschulen zudem gedrucktes Informationsmaterial an, das Sie entweder vor Ort erhalten oder bestellen können.

Darüber hinaus lohnt immer ein Blick in Studienführer für einzelne Fächer oder Fächergruppen, die im Internet zugänglich oder im Buchhandel erhältlich sind. Die Hochschulen bieten mit Studieninformationstagen, Tagen der offenen Tür oder ähnlichen Veranstaltungen Informationsmöglichkeiten vor Ort. Gleiches gilt für die Hochschulmesse der Region, die jedes Jahr im Frühjahr stattfindet (Informationen dazu auf www.studieren-in-bb.de). Fragen zu konkreten Studiengängen einer Hochschule beantworten Ihnen entweder die Mitarbeiter der allgemeinen/zentralen Studienberatungsstellen oder Ansprechpartner direkt im jeweiligen Fachbereich. Die Arbeitsagenturen informieren über die verschiedenen Berufe und beraten Sie rund um die Berufswahl. Entspechende Informationen finden Sie im Internet und in den Berufsinformationszentren (BIZ) vor Ort. Wer möchte, kann auch Hochschulrankings bei seiner Entscheidung mitberücksichtigen. Dabei ist das CHE-Hochschulranking, das auf ZEIT online veröffentlicht ist, nur eines von vielen (http://ranking.zeit.de/che2015/de/). Schließlich gibt es im Internet mittlerweile einige Möglichkeiten, bei der Studienwahl von Selbsttests Gebrauch zu machen.