Biologie, Ernährungswissenschaft, Veterinärmedizin
Seit der Mensch denken kann, beschäftigt er sich praktisch und theoretisch
mit seiner Gesundheit und mit der Gesundheit und Bekömmlichkeit der Tiere und Pflanzen, von denen er lebt, indem er sie verspeist, verteilt oder verkauft.
Medizin
Die berufliche Spezialisierung im Umgang mit den Voraussetzungen und Beeinträchtigungen von Gesundheit beginnt mit den Schamanen und Weisen Frauen, die sich um das körperliche und seelische Wohl der Menschen ihres Stammes kümmern.
Medizinethik
Vor etwa 2400 Jahren lebte der legendäre griechische Arzt Hippokrates, dem das berühmteste Bekenntnis zur Ethik in der Medizin zugeschrieben wird: der Hippokratische Eid.
Pharmazie, Pharmazeutische Technologie (Galenik)
Nach Galenos von Pergamon, der rund 200 Jahre nach Hippokrates in der Nähe des heutigen Izmir geboren wurde, war Jahrhunderte lang die Zubereitung von Arzneien (Galenik) benannt. Galenos war es auch, der die ursprünglich aus Ägypten stammende Lehre von der Harmonie der vier Säfte Blut (Herz), gelbe Galle (Leber), schwarze Galle (Milz) und Schleim (Hirn) im gesunden Menschen so weiterentwickelte, dass man sie in Gestalt der vier Temperamente (Sanguiniker, Choleriker, Melancholiker und Phlegmatiker) noch heute kennt.
Medizingeschichte
Die erste Hochphase der Medizin fand im Orient statt. Als erste medizinische Lehranstalt gilt die Akademie von Gundishapur in der persischen Provinz Khusistan, die im 3. Jahrhundert gegründet wurde. Obwohl dort auch indische und chinesische Ärzte unterrichtet haben sollen, wurde die traditionelle chinesische Medizin in Europa erst im 19. Jahrhundert allgemein bekannt. Die orientalischen Mediziner stützten sich auf Erkenntnisse aus den Schriften der klassischen Antike und entwickelten sie weiter. Viele dieser Schriften sind nicht im griechischen Original, sondern nur in arabischer oder hebräischer Übersetzung erhalten.
An der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften trägt man seit hundert Jahren die medizinischen Schriften des klassischen Altertums zusammen zum Corpus Medicorum Graecorum/Latinorum.
Musiktherapie
Auf Erkenntnisse des Galenos berief sich auch der berühmte Abu Ali al- Husayn ibn Abd Allah ibn Sina. Avicenna, so sein latinisierter Name, wuchs im heute usbekischen Buchara auf und wirkte bis 1037 in Persien. In seinem "Kanon der Medizin" beschreibt er u.A. 760 Arzneien samt Wirkungsweise, erklärt Krankheitsbilder wie das der Tuberkulose samt Ansteckungswegen und erläutert medizinische Auswirkungen von Liebeskummer sowie musikalische Therapieformen.
Chemie
Der "Qanun" Ibn Sinas/Avicennas wird im 12. Jahrhundert ins Lateinische übersetzt und bleibt an den berühmtesten medizinischen Fakultäten Europas in Leuven und Montpellier bis 1650 in Gebrauch. Ein berühmter Vorgänger Avicennas war der persische Arzt, Naturforscher, Philosoph und Dichter Abu Bakr Mohammad ibn Zakariya al-Razi. Rhazes, wie er auch genannt wird, betrieb experimentelle Medizin und soll erstmals Wunden mit destilliertem Alkohol desinfiziert haben - das Wort "Alkohol" stammt aus dem Arabischen.
Psychologie
Im Europa des 12. und 13. Jahrhunderts blühte die aus den Notzeiten der Völkerwanderung und der großen Epidemien entstandene Klostermedizin. Hildegard von Bingen, eine später heilig gesprochene Benediktineräbtissin, integrierte antikes und volksmedizinisches Wissen, behandelte Krankheiten außer mit pflanzlichen Arzneien auch mit Musik und Mineralien und entwickelte sexualmedizinische und psychologische Theorien.
Public Health, Krankenhausarchitektur
Während Krankenstationen schon aus vorchristlicher Zeit in Indien bezeugt sind, stand das erste Lehrkrankenhaus in Persien. Im europäischen Mittelalter waren Hospitäler oder Hospize (lateinisch "hospes" bedeutet "Gast") meist Klöstern angegliedert und standen nicht nur Kranken, sondern auch Reisenden offen. Erst später entstanden städtische Einrichtungen mit anfangs maximal 20 Betten. Paris soll zu Beginn des 14. Jahrhunderts rund 40 solcher Krankenhäuser und dazu etwa 20 Leprastationen besessen haben.