Studium Gesundheit in Berlin und Brandenburg

Gesundheit und Forschung/Entwicklung: Pharmazie, Veterinärmedizin, Naturwissenschaften, Technik

Die Vielfalt der gesundheitsbezogenen Studiengänge in dieser Fächergruppe ist so groß, dass es sich auch für Studieninteressierte ohne besondere Vorliebe für Natur- und Ingenieurwissenschaften oder Technik lohnt, genauer hinzusehen. Was Technik mit Gesundheit zu tun hat, wird deutlich, wenn man sich als Beispiel einige Fachgebiete der Ingenieurwissenschaften an der TU Berlin genauer anschaut: Mit Hilfe von Numerik und Simulation werden z.B. bildgebende Verfahren in der Medizin und der Neurobiologie erarbeitet. Strömungsmechanik ist u.A. mit der Klimatisierung von Krankenhäusern befasst. Bei Mechatronik geht es auch um Operationsroboter. Festkörpermechanik wird gebraucht zur Entwicklung stichfester Schutzkleidung, und mit den Erkenntnissen und Verfahren der Thermodynamik wird z.B. die Arzneimittelherstellung verbessert.

Medizintechnik umfasst nicht nur Zahntechnik, Augenoptik, Hörgeräteakustik oder die Konstruktion von Behindertenfahrzeugen, Prothesen, Behandlungsstühlen und Pflegebetten, sondern auch die Entwicklung und Wartung von Dialysegeräten, Computerund Kernspintomographen, Geräten für die Strahlentherapie und vielen anderen Apparaten und Anlagen, die in Arztpraxen oder Krankenhäusern zum Einsatz kommen. Die Bereiche Strahlentherapie, Nuklearmedizin und Radiologie sind dabei Domäne der Medizinphysik. Bezieht man die Medizinphysik ein, hat die Beuth-Hochschule für Technik Berlin mit je einem Bachelor und einem konsekutiven bzw. einem weiterbildenden Masterstudiengang in Öffnet internen Link im aktuellen FensterAugenoptik/ Optometrie bzw. Öffnet  internen Link im aktuellen FensterClinical Optometry (in Kooperation mit einer US-Hochschule) und in Öffnet  internen Link im aktuellen FensterPhysikalischer Technik / Medizinphysik das breiteste Angebot, gefolgt von der TU Berlin mit dem Bachelorstudiengang Öffnet  internen Link im aktuellen FensterMaschinenbau mit Schwerpunkt Medizintechnik und dem Masterstudiengang Öffnet  internen Link im aktuellen FensterBiomedizinische Technik. Einen Bachelorstudiengang Öffnet  internen Link im aktuellen FensterMedizinische Technik bietet die Hochschule Lausitz (FH) in Senftenberg an, während die BTU Cottbus einen aufbauenden Masterstudiengang Öffnet  internen Link im aktuellen FensterBiomedizinische Gerätetechnik im Programm hat. Dass der Masterstudiengang Wirtschaftsingenieurwesen mit dem Schwerpunkt Gesundheitstechnik der TU Berlin der naturwissenschaftlich- technischen Fächergruppe zugeordnet worden ist, liegt daran, dass dieser Studiengang zu mehr als 50 Prozent ingenieurwissenschaftliche und technische Inhalte zum Gegenstand hat.

Biotechnologie umfasst alle den Lebenswissenschaften (Life Sciences) zuzuordnenden Technologien zur Entwicklung und Herstellung verschiedenster Produkte in den Wachstumsbranchen Pharma, Diagnostik, Gesundheit, Ernährung, Pflanzenschutz und Umwelt. Die Anwendungsgebiete der Biotechnologie werden üblicherweise nach Farben unterschieden:

  • Die "grüne" Biotechnologie verändert Pflanzen, um den Ertrag z.B. durch Stärkung der Schädlingsresistenz zu steigern ("grüne Gentechnik").
  • Mit "weißer" Biotechnologie ist industrielle Produktion mit Hilfe biologischer Prozesse gemeint.
  • "Blaue" Biotechnologie soll die Arbeit mit Tiefseebakterien bezeichnen.
  • Unter "grauer" Biotechnologie werden meist Abwasserreinigung, Abfallbeseitigung und Bodensanierung durch den Einsatz von Mikroorganismen verstanden.
  • Bei der - als einziger unmittelbar gesundheitsbezogenen -  "roten" Biotechnologie geht es um die Produktion von Therapeutika, Diagnostika, Impfstoffen usw. durch genetisch veränderte Tiere und Pflanzen.

An den Berliner und Brandenburger Hochschulen ist Biotechnologie mehrfach vertreten: Jeweils als Bachelor- und konsekutiver Masterstudiengang wird das Fach angeboten von der Beuth-Hochschule für Technik Berlin und der Hochschule Lausitz (FH) in Senftenberg. Die TU Berlin bietet ebenfalls einen Bachelorstudiengang Biotechnologie an und plant die Einrichtung eines konsekutiven Masterstudiengangs.

Große Bedeutung für die Biotechnologie bzw. die (Bio-) Verfahrenstechnik haben die Forschungsergebnisse der Öffnet internen Link im aktuellen FensterBiochemie (FU Berlin). Sie wurzelt in den (hier nicht beschriebenen) Grundlagenfächern Biologie, Chemie und Physik und erhält starke Impulse aus der Medizin.

Wer bei Öffnet internen Link im aktuellen FensterErnährungswissenschaft, Öffnet internen Link im aktuellen FensterLebensmittelchemie und Öffnet internen Link im aktuellen FensterVeterinärmedizin spontan an Analogkäse und Gammelfleisch denkt, liegt damit nicht ganz falsch: Bei diesen Fächern geht es auch um die Gesundheit des Menschen, und zwar im Zusammenhang mit seiner Ernährung, deren Qualität möglichst genau kontrolliert werden soll. Deshalb arbeiten auf Schlachthöfen und in der Fleischbeschau ausgebildete Tierärzte, und auch Lebensmittelchemiker müssen eine Staatsprüfung ablegen.

Da heute z.B. für die Errechnung von Gensequenzen riesige Datenmengen verarbeitet werden müssen, kommt Fächern wie Öffnet internen Link im aktuellen FensterBioinformatik (FU Berlin) bzw. Öffnet internen Link im aktuellen FensterBiosystemtechnik/Bioinformatik (TH Wildau FH) und Öffnet internen Link im aktuellen FensterMedizinische Informatik (FH Brandenburg, Beuth-Hochschule für Technik Berlin) besondere Bedeutung zu.

Öffnet internen Link im aktuellen FensterPharmazie (FU Berlin), die obligatorische akademische Ausbildung für Apothekerinnen und Apotheker, wird ebenso wie alle medizinischen Studiengänge traditionell mit einer Staatsprüfung abgeschlossen. Im (deutschsprachigen) MasterstudiengangÖffnet internen Link im aktuellen Fenster Clinical Trial Management geht es um Qualitätsmanagement bei klinischen Prüfungsprozessen (trials), die für die Zulassung von Medikamenten und Behandlungsverfahren vorgeschrieben sind. Dem Bereich Pharmazeutische Industrie zuzurechnen sind dagegen der Bachelor- und der Masterstudiengang Öffnet internen Link im aktuellen FensterPharma- und Chemietechnik der Beuth- Hochschule für Technik Berlin.

Der konsekutive Masterstudiengang Öffnet internen Link im aktuellen FensterNeurobiologie und Verhalten der FU Berlin reflektiert die integrative und wechselseitige Beziehung zwischen Gehirn und Verhalten; zu seinen Themen gehört z.B. die Verhaltenspharmakologie.

Zu den Querschnittstudiengängen, die verschiedene Wissenschaftsdisziplinen verklammern, gehören die beiden Masterstudiengänge Öffnet internen Link im aktuellen FensterComputational Neurosciences (Medizin und Informatik) und Öffnet internen Link im aktuellen FensterHuman Factors (Psychologie und Ingenieurwissenschaften), bei denen es auf unterschiedliche Weise um die Beziehung zwischen Mensch und Maschine geht. In Human Factors wird Psychologen und Ingenieuren zunächst Verständnis füreinander beigebracht mit dem Ziel, die Mensch- Technik-Interaktion zu optimieren, ein Ziel, das - neben der Behandlung neurologischer Störungen - auch der englischsprachige Masterstudiengang Computational Neurosciences verfolgt.