An den Berliner und Brandenburger Hochschulen ist Biotechnologie mehrfach vertreten: Jeweils als Bachelor- und konsekutiver Masterstudiengang wird das Fach angeboten von der Beuth-Hochschule für Technik Berlin und der Hochschule Lausitz (FH) in Senftenberg. Die TU Berlin bietet ebenfalls einen Bachelorstudiengang Biotechnologie an und plant die Einrichtung eines konsekutiven Masterstudiengangs.
Große Bedeutung für die Biotechnologie bzw. die (Bio-) Verfahrenstechnik haben die Forschungsergebnisse der
Biochemie (FU Berlin). Sie wurzelt in den (hier nicht beschriebenen) Grundlagenfächern Biologie, Chemie und Physik und erhält starke Impulse aus der Medizin.
Wer bei
Ernährungswissenschaft,
Lebensmittelchemie und
Veterinärmedizin spontan an Analogkäse und Gammelfleisch denkt, liegt damit nicht ganz falsch: Bei diesen Fächern geht es auch um die Gesundheit des Menschen, und zwar im Zusammenhang mit seiner Ernährung, deren Qualität möglichst genau kontrolliert werden soll. Deshalb arbeiten auf Schlachthöfen und in der Fleischbeschau ausgebildete Tierärzte, und auch Lebensmittelchemiker müssen eine Staatsprüfung ablegen.
Da heute z.B. für die Errechnung von Gensequenzen riesige Datenmengen verarbeitet werden müssen, kommt Fächern wie
Bioinformatik (FU Berlin) bzw.
Biosystemtechnik/Bioinformatik (TH Wildau FH) und
Medizinische Informatik (FH Brandenburg, Beuth-Hochschule für Technik Berlin) besondere Bedeutung zu.
Pharmazie (FU Berlin), die obligatorische akademische Ausbildung für Apothekerinnen und Apotheker, wird ebenso wie alle medizinischen Studiengänge traditionell mit einer Staatsprüfung abgeschlossen. Im (deutschsprachigen) Masterstudiengang
Clinical Trial Management geht es um Qualitätsmanagement bei klinischen Prüfungsprozessen (trials), die für die Zulassung von Medikamenten und Behandlungsverfahren vorgeschrieben sind. Dem Bereich Pharmazeutische Industrie zuzurechnen sind dagegen der Bachelor- und der Masterstudiengang
Pharma- und Chemietechnik der Beuth- Hochschule für Technik Berlin.
Der konsekutive Masterstudiengang
Neurobiologie und Verhalten der FU Berlin reflektiert die integrative und wechselseitige Beziehung zwischen Gehirn und Verhalten; zu seinen Themen gehört z.B. die Verhaltenspharmakologie.
Zu den Querschnittstudiengängen, die verschiedene Wissenschaftsdisziplinen verklammern, gehören die beiden Masterstudiengänge
Computational Neurosciences (Medizin und Informatik) und
Human Factors (Psychologie und Ingenieurwissenschaften), bei denen es auf unterschiedliche Weise um die Beziehung zwischen Mensch und Maschine geht. In Human Factors wird Psychologen und Ingenieuren zunächst Verständnis füreinander beigebracht mit dem Ziel, die Mensch- Technik-Interaktion zu optimieren, ein Ziel, das - neben der Behandlung neurologischer Störungen - auch der englischsprachige Masterstudiengang Computational Neurosciences verfolgt.